Fossilien – Zeugen der Erdgeschichte

Als Fossilien werden erhalten gebliebene Überreste von Tieren oder Pflanzen bezeichnet, die vor dem Holozän, also vor mehr als 10.000 Jahren, entstanden.
Fossilien sind unverzichtbar, um die Entwicklungsgeschichte unserer Erde entschlüsseln und verstehen zu können. Sie geben Auskunft über Flora und Fauna, Klima und Ökosystem längst vergangener Erdzeitalter und erzählen von der Evolution des Lebens auf unserer Erde.

Wie entstehen Fossilien?

Stirbt ein Organismus, zersetzen Bakterien seine Bestandteile und er beginnt zu verwesen. Bakterien wiederum können sich nur entwickeln, wenn Sauerstoff vorhanden ist. Wird z.B. ein toter Körper unter einer Schlammlawine begraben, kann kein Sauerstoff mehr an den Kadaver gelangen und der Verwesungsprozess wird gestoppt. Fossilien sind hauptsächlich in Sedimentgestein zu finden, das aus verfestigten Ablagerungen besteht und optimale Voraussetzungen zur Konservierung organischer Stoffe bietet.

Welche Arten von Fossilien gibt es eigentlich?

 

  • Steinkerne
    Steinkernfossile können z.B. durch die Ablagerung von Sedimenten in einer Muschelschale entstehen. Ist die Muschel vollständig ausgefüllt, wird der Inhalt in mineralischen Prozessen in Stein umgewandelt, die umgebende Schale löst sich auf und es bleibt nur der versteinerte Kern erhalten.
  • Abdrücke
    Hier bleibt lediglich der versteinerte Abdruck der Muschel erhalten.
  • Spurenfossilien
    Diese Fossilienart könnte man als versteinerte Verhaltensmuster charakterisieren. Hier werden alle Überreste zusammengefasst, die Lebewesen als Spuren hinterlassen. Dazu gehören u.a. Fußabdrücke, Eier, Exkremente oder Wohnbauten einer Tierart.
  • Inklusen
    Als Inklusen werden die Einschlüsse von Tieren oder Pflanzen in Bernstein bezeichnet. Ein Insekt bleibt an einem Tropfen Baumharz kleben und wird allmählich ganz davon umschlossen. Das Harz härtet aus und wird zu Bernstein.
  • Körperfossilien
    Mit diesem Begriff werden Funde bezeichnet, bei denen Körper vollständig erhalten geblieben sind, sei es durch Mumifizierung oder Gefrieren.

Erste Fossilienfunde geben Rätsel auf

Erste Funde von Fossilien stammen aus dem 17. Jahrhundert

Erste Funde von Fossilien stammen aus dem 17. Jahrhundert

Bereits im 17. Jahrhundert tauchten erste Fossilien von urzeitlichen Tieren auf, doch wurden sie noch als Überreste eines Riesen aus biblischen Zeiten interpretiert. Erst um 1820 ordnet ein englischer Forscher Fossilien eindeutig der Gattung Dinosaurier zu.
Schließlich wurde 1876 das wohl berühmteste Fossil, der Urvogel Archaeopteryx, gefunden, der als “Berliner Exemplar” Weltruhm erlangte. Der Archaeopteryx war das erste Fossil, das Vogel- und Reptilienmerkmale in sich vereinte. Das 150 Millionen Jahre alte Fundstück stammt aus einer Evolutionsstufe zwischen Dinosaurier und Vogel und war ein Meilenstein zum Verständnis der Entwicklungsgeschichte der Vögel.

Spektakuläre Funde aus neuerer Zeit

Die Paläontologie macht immer wieder mit spektakulären Fossilienfunden Schlagzeilen.
Zu den bedeutendsten und medienwirksamsten Funden unserer Zeit gehört wohl der im Eis konservierte Steinzeitmensch “Ötzi”, der bei seiner Entdeckung 1991 weltweit Aufsehen erregte. Zufällig fanden Hirten in Sibirien 2007 ein perfekt konserviertes Mammutbaby und erst im Jahr 2013 wurde im Harz das Skelett eines Dinosauriers entdeckt.

Es sind noch längst nicht alle Rätsel früherer Erdzeitalter gelöst und jeder neue Fund trägt ein kleines Puzzleteil zur Erforschung des Lebens auf unserem Planeten bei.

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